La Gomera

La Gomera...auch die "wilde Insel der Kanaren" genannt ist nach El Hierro die zweitkleinste Insel der Kanarischen Inseln im Atlantik. Sie ist wie alle Kanarischen Inseln vulkanischen Ursprungs und ist eine der westlichsten und damit ältesten Inseln der Kanaren. Bekannt ist La Gomera auch durch Christoph Kolumbus, der hier vor seiner Amerikaerkundung die Reisevorräte seiner Schiffe auffüllen ließ. Weitere interessante Informationen über nachfolgende Links:

 

Wikipedia Infos zu La Gomera

Reiseführer La Gomera

Reiseführer Gomera Live

 

Nachfolgend meine Erinnerungen an meine unvergessliche Reise auf diese wildromantische und landschaftlich wunderschöne Insel inklusive abenteuerlicher Auto- und Wandertouren und romantische Momenten:



 Die Anreise: Ende April 2018 früh um 7.00Uhr fliegt der TUI-Jet vom Flughafen Tegel in Berlin in etwa viereinhalb Stunden nach Teneriffa-Süd. Beim Umfliegen der Insel Teneriffa bekommt man einen gigantischen Ausblick auf den Vulkankegel des mit 3718m gleichzeitig höchsten Berges Spaniens mit Namen Pico del Teide. Mit dem Anschluss-Bus geht´s nun in den Hafen der Stadt Los Christianos.

 

Nachdem das Gepäck in dort vorhandene Fähren-Container verstaut ist, führt die Suche nach Erfrischungsgetränken und Imbiss in die Innenstadt von Los Christianos. Hier fällt gleich die hiesige üppige Vegetation auf. Mächtige Ficus-Bäume und Palmen säumen die Straßenränder und Plätze. Besonders imposant ist der Ficus, dessen dichte Krone sich neben einem Cafe wie ein riesiger Sonnen- und Regenschirm über den gesamten Sitzbereich spannt. 

 

Nach etwa zweistündigem Zwischenaufenthalt zurück im Hafen, hat die riesige Fähre zur Überfahrt nach San Sebastian auf La Gomera bereits angelegt. Nach Ent- und Beladung macht sich die Fähre auf den Weg nach La Gomera.

 

Zunächst langsam, nach Hafenausfahrt in atemberaubendem Tempo erreicht diese San Sebastian auf La Gomera in etwa einer Stunde Fahrtzeit. Der dort wartende weitere Bus fährt nun über abenteuerliche Serpentinen quer über die Insel zur Küstenstadt Valle Gran Rey. Schon während dieser Fahrt erlebt man intensive Eindrücke der Schönheit und Wildheit der Landschaft und Vegetation dieser einzigartigen Insel. Nach etwa einer Stunde erreicht der Bus spätnachmittags die Hotelanlage Jardin del Conde im Ortsteil Vueltas (am Hafen) an der gleichnamigen Lagune Charco del Conde, auch Babybucht genannt. 

 

Nach Einchecken, Schlüssel- sowie Appartementübergabe gibt ein Spaziergang eine erste Übersicht über die Anlage und die nähere Umgebung, Einkaufs- und Essensmöglichkeiten. Ein fangfrisches Fischgericht in einem der vielen Restaurants sowie ein Gläschen spanischer Wein auf der Appartement-Terasse runden den Abend ab. 



Die Hotelanlage Jardin del Conde in Valle Gran Rey an der Ostküste der Insel. 

 

Hotelanlage mit geräumigen Appartements und einem wunderschönen Pool direkt in Strandnähe (nur 20m) mit kleiner Lagune. Weiterempfehlung zu 91% (links Hoteleigenes Foto)

 

Frühstück kann gewählt werden, wir buchten allerdings als Selbstversorger und genossen gern die landestypischen Hauptgerichte und Getränke in einigen der vielen ansässigen Restaurants. Einkaufsmöglichkeiten mit erstaunlich günstigen Lebensmittelpreisen in der Nähe. 

 

Abends finden Künstlerdarbietungen am Strand statt.

 

Weitere Hotelinformationen per Klick auf diesen Link : Jardin del Conde in Valle Gran Rey  

 

Nachfolgend noch einige meiner eigenen Fotos dieser sehr schön und strandnah gelegenen Appartement-Anlage:

 



Der Ort Valle Gran Rey besteht im wesentlichen aus den drei Hauptorten Calera (am Hang), Vueltas (am Hafen) und La Playa (am Strand). Kleinere Nebenorte sind Taguluche, Las Havas und Aurure im Tal Valle Gran Rey ( Tal des großen Königs). Diese ziehen sich bis nahe des Nationalparks Garajonay der zum Weltnaturerbe zählt. Der Ort mitsamt des Tales ist der wärmste und sonnigste Ort auf La Gomera und hat seinen Namen vom einstigen Rebellen der Guanchen (Urvolk La Gomeras) Hautacuperche, der sich gegen die Eroberung und grausame Behandlung seines Volkes durch die Spanier letztlich vergebens auflehnte. Mehr Infos über die anfangs beschriebenen Links.

 

An dessen imposante Statue vorbei gelangt man über die Strandpromenade in ca. 15 Minuten zum Ortsteil La Playa. Leider ist der hiesige lange Sandstrand gerade durch einen vorangegangenen schweren Sturm und rauher See mit großen und kleinen angespülten Felsbrocken übersäht, die zwar kieselrund sind, dass Ein- und Entsteigen des Meeres aber sehr erschweren. Dieses Naturereignis ist laut Aussage Einheimischer wiederkehrend, die Steine werden aber von der See im Verlauf mehrerer Wochen durch die Brandung wieder ins Meer zurück gespült und keine langfristige Störung für die Strandbesucher. Am Ende des Strandes hört und sieht man oft wunderschöne Klänge, die Freizeit-Musiker auf einfachsten Musikinstrumenten zaubern.

 

Wenige Meter weiter laden mehrere Cafe´s zum Verweilen ein. Hier genießen Einheimische und Touristen gleichermaßen Heiß- und Kaltgetränke und Rauschen der nahen Brandung. Hier bekommt man schnell spontanen Kontakt zu Einheimischen, deutschen Aussteigern und La Gomera Fans jeder Couleur. Der kleine Ort fasziniert ansonsten durch viele kleine Mode- und Handwerk- Lädchen ehemaliger deutscher Hippies aus den 70er und 80er Jahren, das alles gemeinsam bietet ein buntes Stelldichein und lädt zum genüsslichen Flanieren ein. Auch für Gaumen- und Hörgenuss ist gesorgt, denn einige Restaurants mit meist einheimischen Fisch- und Fleischspezialitäten sowie Bars mit Live-Musik runden das Bild ab. 

 

Auf dem Weg zur angrenzenden Bucht Playa del Ingles, die besonders von Naturliebhabern und FKK-Anhängern bevorzugt wird, erstaunt die üppige Flora mit immenser Farbenvielfalt. Ein Genuss für Fotofreunde. 

 

Den Abend genießt man gern bei angenehmen Temperaturen und einem Gläschen Rotwein bei angenehmen 20Grad auf der eigenen Terrasse der Appartementanlage. 



Inselrundfahrt:

Urheber:: Von Maximilian Dörrbecker (Chumwa) - own work, usingSRTM data for the topographical backgrounddata from OpenStreetMap for the coastlines and streetsthis file by Rodriguillo for the orientation map, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7228721

Für die Tagesrundfahrt ist ein Kleinwagen schnell, kostengünstig und gut versichert gebucht, leider ist es kühl und starkwindig und im Tagesverlauf regnet es einige Male. Die Fahrtstrecke ist in der obigen Karte mit Textmarker gelb gekennzeichnet.

 

Haltestellen waren im wesentlichen Arure mit einem fantastischen Plattform-Ausblick auf Taguluche, Vallehermoso, Hermigua und die Hafenstadt San Sebastian. Fotografische Zwischenstopps wurden an einigen landschaftlich beeindruckenden Stellen eingelegt, sofern es das Wetter zuließ Vor allem der Ausblick aus dem Hochland auf die Hafenstadt Sebastian mit der Insel Teneriffa inklusive des Vulkanberges Pico del Teide (mit  3718m Spaniens höchster Berg) und die nicht nur auf Christoph Kolumbus bezogene geschichtsträchtige Innenstadt lassen mein fotografisches Auge glänzen.

 

Im Tal Valle Gran Rey selbst klart der Himmel wieder auf und an geeigneten Stellen sind eindrucksvolle Fernblicke durchs Tal und aufs Meer möglich, hier begegnet man auch der Kanareneidechse, der kleineren Art der hier endemischen Echsen.  

 

Der Nationalpark Garajonay konnte an diesem Tag wegen Starkregen nur durchfahren werden und somit ein Eindruck des legendären La Gomera Nebelwaldes nur erahnt werden, die gleichnamige höchste Erhebung (1487m) war im Starknebel leider nicht zu erkennen. Trotz des widrigen Wetters war diese Tagesfahrt ein unvergessliches Ereignis mit fantastischen Insel-Eindrücken und die Erinnerungen daran machen eine Wiederholung, allerdings bei möglichst besserem Wetter, zu einem Muss!



Playa de Vuelta ...der Hafen sowie der dahinter liegende Naturstrand Las Salinas sind lohnende Wanderziele. Nicht nur das Treiben im Hafen selbst sondern auch die vielen Touristen- und Fischerboote sowie die Häuser in der angrenzenden typisch kanarischer Bauweise bieten bunte und fotografisch lohnenswerte Motive.  Die Badebucht ist am Morgen noch spärlich besucht.

 

Folgt man der Hafenstrasse entlang den hunderte Meter hohen Steilwänden so erreicht man die ausgesprochen schöne, wilde aber extrem ruhige Naturbucht Las Salinas. Hier kann man stundenlang verweilen und mit verschlossenen Augen dem Rauschen der Brandungswellen folgen oder im kühlen Atlantikwasser baden. Als FKK Anhänger findet man hier viele Gleichgesinnte. Hier haben sich auch ehemalige Hippies niedergelassen und bieten Meditations- und Selbstfindungskurse an. 

 

Die umgebenden stark steinschlaggefährdeten Steilwände künden von ehemaliger Vulkantätigkeit und dem Ursprung dieser Insel. Die ehemaligen Magmakanäle lassen sich im Gestein gut nachvollziehen. Hier befindet sich auch der  besonders bei Regen nicht ungefährliche Aufgang zum sogenannten Argaga Canyon, der auf ein 500m hohes Plateau führt und  in dem schon mancher Wanderer in höchste Not geraten ist.

 

Den Abend schließt man mit sehr schmackhaften Salaten und Meeresfrüchten-Paella und einem Glas spanischem Rotwein ab.



Plateau-Hochwandertour: La Gomera bezeichnet man auch als Wanderinsel. Das wird jedem sofort deutlich, der die Insel fußläufig erkunden möchte, denn ein ausgesprochen gut ausgebautes und beschildertes Wanderwegenetz durchzieht die gesamte Insel, davon konnte ich mich selbst überzeugen. Der Kauf einer Wanderkarte lohnt sich trotzdem zur Inselübersicht. Wer sich das ersparen möchte, kann auch an vielen geführten Wanderungen teilnehmen.

 

Ausgehend von Valle Gran Rey und vorbei an großen Obstplantagen gelange ich in den Ortsteil La Calera (am Hang) und verschaffe mir eine Wegeübersicht auf eine der großen Wandkarten und orientiere mich zunächst an den nicht zu übersehenden Wegweisern. Oberhalb des Ortes geht es bereits in scharfen Serpentinen steil den Hang hinauf, während sich mit jedem Höhenmeter neue fantastische Aussichten auf das gesamte Tal Valle Gran Rey und das Meer bieten.

 

Während des Steigens bewundere ich die verschiedenen und immer wieder wechselnden Gesteinsformationen. Man kann auch hier die ehemalige Vulkantätigkeit mit jedem Schritt erahnen.

 

Zudem bin ich begeistert, wie die Flora selbst kleinste Felsspalten in dieser eigentlich unwirtlichen Umgebung erobert und in prächtigsten Farben blüht. Erdlöcher werden von Kleinsäugern und verschiedensten Reptilien genutzt. Große weiße Flecken von Verdauungs-Rückständen der Canarischen Rieseneidechse finde ich hier immer wieder vor, die bis zu 80 cm große und bis 5kg schwere Echse selbst lässt sich allerdings heute nicht sehen. 

 

Die Aussichten in den Abgrund werden immer schwindelerregender und gleichzeitig imposanter, auch die hufeisenförmig angelegte Appartement-Anlage Jardin del Conde ist nun als Ganzes gut sichtbar.

600Höhenmeter überwunden und auf einem Plateau angekommen, sind die Steigungen nun nur noch gering und der Weg führt gleich zum ersten Aussichtspunkt, der durch einen einsam stehenden Wacholderbaum bereits aus dem Tal heraus erkennbar und mit einer Piratenflagge ausgestattet ist. Bei klarem Wetter genießt man hier Ausblick auf die ältesten und westlichsten Kanareninseln "La Palma" und "El Hierro" und die unendlichen Weiten des Atlantischen Ozeans.

 

Beim Weitergang Richtung Arure, vorbei an zerfallenen Ziegenställen und Hirtenbehausungen bekommt man bei Rückschau eine eindrucksvolle Übersicht über das riesige Plateau und einen weiten Einblick ins Tal bis zur Siedlung Arure und auf die anderen, talseitig gegenüberliegenden Plateaus. Wahrscheinlich verwilderte Ziegen äsen am kargen Bewuchs.

Wenig später erreicht man über einen grob gepflasterten Weg den mit 850hm hier höchsten Aussichtspunkt "La Merica" der dem gesamten Plateau den Namen gibt. Mit Blick aufs Meer lässt sich hier erahnen, warum die Menschen früher glaubten, die Erde sei eine Platte. Große Schiffsriesen in der Ferne versinken plötzlich vermeintlich hinterm Horizont.

In Arure wechsle ich die Talseite und erkenne nun auf der gegenüberliegenden Seite gut meine vorab gewanderte Route. Zunächst ein paar hundert Meter entlang der Straße führt bald ein alter Fußweg der Guanchen (so werden die Einheimischen genannt) querfeldein und steil den Abhang hinunter. Mehrere Male kreuze ich die Passstraße und stets begleiten mich wunderschöne Blicke ins "Valle Gran Rey" - Tal.

 

Nachdem ein steinschlaggefährdetes kleines Stück der alten baufälligen Passstraße absolviert und weitere Höhenmeter hinab zur Talsohle überwunden sind, erreicht man den Palmenhain entlang des Talflusses, in dem man einheimischen Guanchen bei der Palmhonigernte zusehen kann. Scheinbar unendlich lang zieht sich dieser bis zum Vorort und heutigen Ausgangspunkt La Calera. Ein wunderschöner und eindrucksvoller Sonnenuntergang schließt später den Abend ab.

Nach diesem Tag bin ich mir noch einmal sicherer, dass diese Tage auf La Gomera nicht meine letzten sein werden.



Urlaubsgenuss: Auch stille (Wellness)- Urlaubsgenüsse sind auf La Gomera möglich. Dazu bietet sich zum Beispiel der Pool innerhalb der Anlage an, zumindest zu dieser Jahreszeit. Es sind nur wenige Urlauber hier, daher wirkt der Außenbereich innerhalb der Anlage wie eine Ruhe-Oase, die man auf der Terrasse oder direkt am Pool genie0en kann. Massage- und Wellness Angebote gibt es im ganzen Ort und in der Bucht hinterm Hafen sind auch Meditations- und Selbstfindungskurse möglich.

 

Abwechslungsreicher ist der Gang durch den Ort und am langen Strand entlang mit vielen bunten Eindrücken, egal ob Bauwerke, Pflanzenwelt oder das Treiben auf der Strasse, allein unterbrochen durch eine leckere Meeresfrüchte-Malzeit mit köstlichem einheimischen Rotwein. Es werden Erinnerungen an die Hippiezeit der 70er und 80er Jahre geweckt, die hier gepflegt werden. Einige deutsche Aussteiger haben sich hier niedergelassen und nachwachsende Generationen versuchen sich hier ebenfalls als solche zu etablieren. Die meisten Einheimischen haben kein Problem damit, solange die Aussteiger sich nicht nachteilig verhalten. Die Erinnerungen an diese Zeit werden wach, wenn sich junge und alte Gaukler sowie akrobatische Künstler abends bei Musik am Strand treffen, um ihr Können der Allgemeinheit darzubieten und anschließend um eine Spende bitten. 

 

Die Abende enden hier in der Regel mit wunderschönen intensiven und äußerst fotogenen Sonnenuntergängen.



Die Rückreise: Leider muss ich nach einer Woche wieder Abschied von dieser wunderbaren Insel nehmen



Mein Fazit aus diesen 8 Tagen auf La Gomera: Ich habe selten einen so relaxten und doch abwechslungsreichen Urlaub erlebt wie hier. Noch existiert hier sanfter Tourismus, noch gibt es keine Hotelburgen, dennoch befürchten einige, dass der Massentourismus durch den Ausbau des Hafens als Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe und Großfähren bald Einzug hält. 

 

Ich hoffe die Insel und der Ort bewahren ihren jetzigen Charme und Wildheit, dafür sind beide noch bekannt und beliebt. Dass das möglich ist, beweist die spanische Baleareninsel Formentera (Nachbarinsel von Ibiza), die ich  bereits Ende der siebziger Jahre besuchte und bald wieder besuchen werde. Sie hat sich durch weitmöglichsten Baustopp bis heute in Ihrer Natürlichkeit erhalten.

 

Ich werde auf jeden Fall bald wiederkommen!!!

 



Zum Abschluss hätte ich nachfolgend noch gern Eure Meinung zu diesem Bericht, freue mich über jede hoffentlich positive Äußerung!!! Also los, traut Euch:

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